Konvertierung von eBooks in das Kindle Format

06/06/2011

Überwiegend störe ich mich nicht daran, dass der Kindle sein eigenes eBook Format nutzt. Ähnlich wie bei Apple, iTunes und den iPods/iPhones [1] ist es mich für nicht entscheidend, welche Datenformate ich auf dem Gerät abspielen kann oder welche Datentypen nicht funktionieren, sondern dass ich die größtmögliche Auswahl zur Verfügung habe und -sehr wichtig-, dass es funktioniert.

Der Status Quo

Mit Amazon und dem Kindle-Shop sind diese zwei Voraussetzungen erfüllt. Ich habe eine sehr große Auswahl an englischen und deutschen Titeln zur Verfügung und die Übertragung auf den Kindle könnte nicht einfacher sein. Selbst am Strand in den Vereinigten Emiraten konnte ich innerhalb von Minuten mit meinem Kindle 3G nach einer weiteren Urlaubslektüre suchen und herunterladen, nachdem ich das letzte Buch gerade ausgelesen hatte.

Dies vorausgeschickt, komme auch ich ab und zu in die Verlegenheit, ein eBook in die Hände zu bekommen, dass ich gerne auf dem Kindle lesen würde, das Format des eBooks aber nicht vom Kindle unterstützt wird. Konkret geht es bei mir um ein Titel, den ich nicht bei Amazon, sondern bei einem kleinen Herausgeber direkt über das Web gekauft habe. Ich erhielt zwei Formate des eBooks: ein PDF und noch einmal eine Version als EPUB-Format. Das PDF ist natürlich sehr gängig, ich kann es auf meinem Computer lesen und auch auf den Kindle übertragen per eMail oder per USB-Übertragung, aber das hat einen Nachteil. Das PDF ist eher ein Bild-Format und weniger ein Text/eBook Format, was zur Folge hat, dass die Seiten zwar genauso aussehen, wie es der Autor vorgesehen hat, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es auch für den Bildschirm des Kindle’s optimiert ist. Ein Kindle eBook dagegen ist optimiert für das Format. Man kann sogar die Schriftgröße des Textes anpassen, usw.

Konvertierung des EPUB-Buches in das Kindle-Format

Ein Open Source Tool, das solche Konvertierungen beherrscht heißt Calibre. Es ist für Mac, Windows und Linux erhältlich. Es kann eine große Anzahl von Format-Konvertierungen durchführen und ich kratze mit diesem Beispiel ganz sicher nur an der Oberfläche der Möglichkeiten dieses Tools.
Wenn man es herunter geladen hat, importiert man das Buch, das man konvertieren möchte in die Applikation und wählt dann nur noch aus in welches Format es gewandelt werden soll. Dazu verfügt es über eine Menge an bereits vorhandener eBook Reader Formate (Kindle, Kindle DX, iPad und viele andere). Ohne Kenntnis darüber haben zu müssen, welches Zielformat man auswählen muss, übernimmt Calibre so automatisch die richtigen Einstellungen. Nachdem es seine Umwandlung durchgeführt hat, finden sich im Ausgangsordner zwei Dateien: das Original und das neue hoffentlich mit dem Kindle kompatible Datei Format. Ich formuliere vorsichtig, denn in meinem Fall konvertierte das EPUB zwar in eine für den Kindle lesbare .MOBI Datei, allerdings entsprach die Formatierung des Dokuments nicht wirklich dem Original. Manche Sonderzeichen wurden nicht dargestellt, sondern wurden nur doch []-Kästchen angezeigt und Wörter wurden mittendrin im Zeilenumbruch getrennt, was das Lesen etwas anstrengend macht. Zur Ehrenrettung von Calibre muss ich sagen, dass das Ausgangsdokument allerdings auch ein technisches Buch war, was sicherlich eine etwas unübersichtliche Form hat und dementsprechend schwierig zu wandeln ist. Vielleicht hat man mit anderen Büchern besserer Ergebnisse.

Command Line Tools

Toll ist, dass man Calibre auch per Command Line bedienen kann. So kann mit einfachen Shell Scripts Dokumente konvertieren, ohne die eigentliche Application starten zu müssen. So sind auch keine Dokumente zu importieren, man kann einfach die Konvertierung vornehmen. Das wäre sogar noch einfacher zu automatisieren, wenn man ein Shell Script zu einer Ordner-Aktion (Mac OS X) hinzufügt. So kann die Konvertierung schnell per Drag & Drop erfolgen.

Kurzes Video zur Demonstration von Calibre


  1. mittlerweile sind die in iTunes erhältlichen Songs auch nicht mehr grundsätzlich mit DRM versehen, sondern viele sind im freien AAC Format erhältlich, die man auf jedem beliebigen MP3-Player spielen kann.

     ↩

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